Wir feiern die Jugend und ihre Sprache

Jugendliche laufen durch die Straßen. Man hört und erkennt sie: an ihren oft noch nicht ganz ausgereiften Stimmen und an ihrem Sprachgebrauch. Manchmal handelt es sich dabei um Wörter, die Erwachsene noch nicht gehört haben. Doch was zeichnet Jugendsprache genau aus? Was macht sie so einzigartig und unverkennbar? Und was haben Goethe und Schiller damit zu tun?

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Überregional und generationenspezifisch

Im Gegensatz zu Dialekten handelt es sich bei der Jugendsprache um ein überregionales Phänomen. Dies heißt allerdings nicht, dass nicht je Region auch dialektale Ausdrücke mit einfließen. Die Jugendsprache lässt sich nicht einheitlich definieren und auch nicht immer klar von der “normalen” Alltagssprache abgrenzen. Jedoch steht eines fest: Es ist die Jugend, die die Jugendsprache prägt und meist auch nur unter sich verwendet. Aus diesem Grund ist die Jugendsprache ein Soziolekt. Kaum eine Schülerin oder ein Schüler würde mit einer Lehrkraft so reden wie mit Freundinnen und Freunden.  Darüber hinaus steht fest, dass Jugendsprache sehr dynamisch und stets im Wandel ist, denn die Pubertät ist endlich. Jugendliche werden Erwachsen und neue Generationen an Jugendlichen kommen nach. So kommt es auch vor, dass Ausdrücke der Jugendsprache mit in die “Erwachsenensprache” Einzug halten. Im Deutschen ist das Wort “cool” und Beispiel dafür. 

Wie erreicht man eine überregionale Prägung?

Heute gelingt eine überregionale Prägung durch das Fernsehen oder neue Medien jeglicher Art. Früher war es die Literatur der jungen Menschen, die den Sprachgebrauch ihrer Generation prägte. So prägten damals Goethe und Schiller als erfolgreiche Schriftsteller die Sprache ihrer Zeitgenossen aus dem Sturm und Drang. Jugendsprache ist also kein neuzeitliches Phänomen. 

Sprache als Teil der Identität

Es ist sicherlich bekannt, dass Sprache ein Teil der Identität ist. Aus diesem Grund pflegen zum Beispiel zahlreiche Menschen ihre Dialekte. Mit der Jugendsprache verhält es sich nicht anders. Auch sie ist Teil der jugendlichen Identität und eine klare Abgrenzung gegen Erwachsene. Daher ist ist die Jugendsprache ein Teil des Erwachsenwerden und gehört dazu. 

Manchmal hört man auch Erwachsene nostalgisch sagen: “In meiner Jugend hat man das und das gesagt.”

Kreativität und Sprachspiel in der Jugendsprache am Beispiel des französischen Verlan

Jugendlichen Sprachgebrauch gibt es in verschiedenen Sprachen. Dieser kann ganz schön kreativ sein. Ein Beispiel ist der französische Verlan, der vielleicht gar nicht mehr so jung ist. 

Ursprünglich als Geheimsprache gedacht, fand der Verlan große Beliebtheit mit Renauds Chanson “Laisse béton”. Charakteristisch beim Verlan ist die Umkehrung der Silben. Das bedeutet für das oben genannte Beispiel, dass aus “tomber” “béton” wurde. 

Welche Ausdrücke kennst du aus deiner Jugend? 

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Quellen:

https://www.geisteswissenschaften.fu-berlin.de/v/jugendsprache/index.html (10.08.2022, 09:17)

https://www.linguistik.hu-berlin.de/de/institut/professuren/multilinguale-kontexte/Projekte/aktuelle-projekte/kiezdeutsch-1/was-ist-kiezdeutsch (10.08.2022, 09:34)

https://de.wikipedia.org/wiki/Verlan (10.08.2022, 09:34)

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