6 Lektionen die meine Karriere geformt haben

Ich begann meine Karriere nach der Universität in 1982 und hatte seither viele interessante Rollen in verschiedenen Sektoren. Auf meinem Weg habe ich Lektionen gelernt und meine eigenen Ansichten über Karriereplanung entwickelt und ich will diese jetzt niederschreiben.

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Es ist meine Liste, die für mich funktioniert. Du hast deine eigene List, die sich wahrscheinlich unterscheidet, aber der Prozess darüber nachzudenken und es nieder zu schreiben ist hilfreich, da es verdeutlicht wie du an Dinge herangehst, und diese Fähigkeit ist nützlich. Hier ist auf jeden Fall meine Liste und ich hoffe, dass manche dieser Tipps hilfreich für dich sein können. 

Schiebe dich in keine Schublade

Als ich Anfang der 1980er Jahre meine Karriere begann, war es völlig normal, dass ich Positionen anstrebte, die direkt meinen Qualifikationen und bisherigen Erfahrungen entsprachen. 

Auf den ersten Blick ist das total logisch und mein technischer Abschluss hat mir sicherlich in meinem ersten Job geholfen. Dennoch habe ich festgestellt, dass ich meine Karriere unbewusst vordefiniere, wenn ich starr an dieser Einstellung mich selbst zu “kategorisieren” festhalte und mich damit davon abhalten würde meine wirkliche Leidenschaft und Fähigkeiten zu entdecken. 

Im Endeffekt musst du dir immer mehr Möglichkeiten eröffnen, anstatt welche auszuschließen. Nach fast einem Jahrzehnt bei Schlumberger, entschied ich, dass es an der Zeit war etwas zu ändern und Anfang der 1990er Jahre ging ich zu McKinsey. Die neue Position konnte sich nicht mehr von der vorherigen unterscheiden, ich arbeitete an verschiedenen Projekten in verschiedenen Bereichen an verschiedenen Problemen. Meine bisherige Ausbildung und Erfahrung gab mir ein exzellentes Fachwissen in einem bestimmten Bereich, aber das war nicht die wissenschaftliche Position für die ich ausgebildet war, oder in der ich mich drei Jahre zuvor je gesehen hätte. Dennoch war dieser Schritt eine meiner wertvollsten Erfahrungen in meiner Karriere. 

Ich lernte neue Fähigkeiten, neue Wege mit Herausforderungen im Geschäftsleben fertig zu werden, neue Art und Weisen im Team zu arbeiten, neue Präsentationsweisen, alles war neu um ehrlich zu sein. Je besser ich mich einfand, desto selbstsicherer wurde ich. Dadurch konnte ich viele Grenzen, die ich vor mir sah einreissen und verstand dass diese Grenzen nur in meinem Kopf existierten. Am Ende fühlte ich mich in der Lage Dinge anzugehen, die mich vorher mit Furcht erfüllt hätten und ich glaube das hat mich zu einem besseren Menschen und auch Mitarbeiter werden lassen. 

Keine Angst vor einem Vertrauensvorschuss

Über die Jahre habe ich gelernt nie eine Möglichkeit sausen zu lassen, egal wie einschüchternd sie erstmal wirken mag. Die Zukunft ist nicht vorherbestimmt, sondern ist das Ergebnis der bewussten Entscheidung, die du heute triffst. Diesem Mantra zu folgen, kann deine Karriere in neue und aufregende Richtungen führen, die du nie für möglich gehalten hättest. 

Das bedeutet unbekannte Positionen auszuprobieren, oder die Möglichkeit in anderen Ländern zu arbeiten wahrzunehmen. Ich hatte das Glück in Europa, Asien und Amerika arbeiten zu dürfen, und das hat mir neue Perspektiven auf meinen Fähigkeiten und Möglichkeiten wie Unternehmen arbeiten können gezeigt. Heutzutage wird internationale Mobilität immer wichtiger und Arbeitgeber schätzen anpassungsfähige und wissbegierige Kandidaten. Einen Vertrauensvorschuss in Anspruch zu nehmen um Übersee zu arbeiten - oder in einem unbekannten Umfeld - erhöht die kulturelle Intelligenz und deine Flexibilität und es zeigt dem neuen Arbeitgeber, dass du bereit bist dich selbst zu fordern anstatt ständig in deiner Komfortzone zu bleiben. 

Keine Angst vor Risiken

Natürlich sind meine Optionen einfacher in Anspruch zu nehmen als andere. Am Anfang meiner Karriere habe ich darauf geachtet in meiner Komfortzone zu bleiben - es schien mir ein unnötiges Risiko zu sein, besonders als ich das Gefühl bekam mich erstmals in meiner Aufgabe zu behaupten. Aber nach elf Jahren in einer Vollzeitstelle verstand ich, dass manche Risiken es wert sind sie einzugehen. Ich schrieb mich in ein Business Masterstudium an der Stanford University ein und verließ eine lukrative und geradlinige Karriere bei meinem Arbeitgeber. 

Zu dieser Zeit führte meine Karriere von einer guten Position zur nächsten und das hätte mich einfach davon überzeugen können, dass es keinen Grund gab mich fortzubilden. Dennoch habe ich erkannt, dass ich für meine Zukunft mehr Möglichkeiten wollte und dieser Studiengang war eine der besten Entscheidungen meines Lebens. Es war eine einzigartige Erfahrung und war wichtig für meine Karriere. Industrien verändern sich konstant und Positionen entwickeln sich - durch meinen Willen mehr zu lernen, habe ich diese vitalen Business Management Fähigkeiten erworben, die man benötigt um in allen Bereichen vorwärts zu kommen und neue Möglichkeiten eröffnet über bestimmte Bereich hinaus zu agieren. 

Die Lektion, die ich gelernt habe, ist sich ständig selbst zu fordern, besonders wenn man sich wohl fühlt. Es ist manchmal ein Risiko, aber nach meiner Erfahrung gewinnt man dabei. Die Geschäftswelt ist naturgemäß risikoreich - man muss sich mit dem Markt mitbewegen, den Wettbewerb im Blick behalten und einen Haufen interne Faktoren berücksichtigen. Die, die auf Nummer sicher gehen, kommen irgendwie voran, aber die, die wohlüberlegte Risiken eingehen, sind oft die Gewinner der größten Erfolge. 

Umgebe dich mit den Besten

Ob ich nun am Anfang einen Mentor gesucht, oder als CEO Entscheidung für Neueinstellungen um ein verlässliches Team aufzubauen getroffen habe, mein Erfolgsrezept bestand über die Jahre immer aus den Menschen mit denen ich mich umgeben habe. 

Heute stelle ich Kollegen ein, die einen Blick für die Zukunft haben, sowohl im Hinblick auf ihre eigenen Karriereziele als auch auf die Veränderungen die uns im Geschäft voranbringen. Als ich mein Team im IT-Unternehmen Xansa Anfang der 2000er Jahre aufbaute, war die digitale Revolution auf dem Vormarsch. Es war mir wichtig Menschen zu finden, die die schnelle Entwicklung der Technologie nicht nur beobachteten, sondern mir auch sagen konnten, warum sie für unsere Zukunft wichtig sei und wie wir sie in unser Geschäft integrieren könnten. Die Präferenz “digitale Macher” vor “digitalen Beobachtern” einzustellen ist heute stärker als je zuvor. 

Trotzdem fand ich es immer wichtiger, dass die Persönlichkeiten in einem Team zusammen passen, da es für den Erfolg wichtig ist, dass verschiedene Individuen reibungslos zusammen arbeiten. Man braucht eine Bandbreite an Fähigkeiten, Erfahrungen und Sichtweisen auf die Umwelt. Das kann aber auch zu Konflikten führen, deshalb ist es wichtig diejenigen zu finden, die eine gegenteilige Meinung akzeptieren können und daran arbeiten eine noch bessere Lösung zu finden. Ich bin stolz darauf sagen zu können, das mein Senior Team hier bei Hays das beste ist, mit dem ich je zusammengearbeitet habe, nicht nur weil es aus Menschen mit hervorragenden fachlichen und operativen Fähigkeiten besteht, sondern auch weil wir Persönlichkeiten eingestellt haben, die sich optimal ergänzen. Es geht nicht darum sich einig zu sein und ein einheitliches Denken zu erreichen. Das wäre gefährlich. Es geht darum alternative Ansichten zuzulassen und damit zu arbeiten. 

Letztlich müssen Mitarbeiter an ihre Führungskraft glauben. Die besten Führungskräfte für die ich je gearbeitet habe, haben versucht authentisch zu sein. Ja, sie waren sehr gut in ihrem Job, aber sie hatten auch akzeptiert, dass Menschen von Menschen geführt werden wollen, denen sie vertrauen. Sie waren selbstbewusst genug, um die eigenen Grenzen zu erkennen und wo ihre Mitarbeiter diese Lücken füllen können, ohne sich dabei unwohl zu fühlen. Diese Führungskräfte haben auch unter Stress Verlässlichkeit ausgestrahlt - und haben es nicht nur ehrlich zugegeben, wenn sie einen Fehler gemacht haben, sie haben auch erklärt, wie sie daraus gelernt haben. Du hast sicher schon von dem Ausspruch “Stelle Leute ein, die schlauer sind als du” gehört. Naja, ich denke das ist wahr und ich setzte das auch so um. 

Bleibe deinem Nordstern treu

Ich habe immer darauf geachtet, meinem “Nordstern” treu zu bleiben - der Leitstern, der deine langfristige Vision und persönlichen Werte antreibt. Organisationen brauchen auch einen Nordstern und bei Hays ist dieser Nordstern “jedesmal die richtige Person auf die richtige Position zu setzen” - er definiert den Grund warum wir eigentlich existieren. Diesem Weg folgend bauen wir uns ein größeres und fokussiertes Geschäft auf, als auch den Ruf immer das richtige für den Kunden zu tun. Man stellt sicher, dass wir den Fokus nicht verlieren oder vom Weg abkommen wegen tangentialer Möglichkeiten, oder durch raues Gewässer ins Schwanken kommen. Da ich in verschiedenen Bereichen und Märkten gearbeitet habe, bin ich schon einigen Nordsternen in verschiedenen Unternehmen gefolgt und jeder war einzigartig. Eines ist in meiner Erfahrung aber gleich, die besten Menschen und Unternehmen sind die, die ihrem Nordstern treu bleiben und der Versuchung widerstehen vom Kurs abzuweichen, wenn es mal schwieriger wird. 

Im Geschäftsleben und in unserer Karriere werden wir oft von einer Sintflut an Möglichkeiten und verschiedenen Dingen überwältigt, aber sich auf etwas zu konzentrieren liefert einen Leitstern und die Möglichkeit Situationen zu vereinfachen und sich für den besten Weg zu entscheiden inmitten des Durcheinanders. Einer Hauptpriorität zu folgen hat es mir ermöglicht diverse Misserfolge, Boom-Zeiten und persönliche Rückschläge in den letzten 30 Jahren durchzustehen. 

Respektiere deine Grenzen

Auch wenn es wichtig ist, sich auf seinen Nordstern zu konzentrieren, solltest du nicht deine gesamte Zeit darauf verwenden, ihn unter allem Umständen zu verfolgen. Manchmal ist es sinnvoll zu pausieren, sogar im Laufe eines Arbeitstags. Eine Aufgabe zu erledigen und sich direkt in die nächste zu stürzen kann zu Erschöpfung oder Burnout führen und lässt keine Zeit sich darüber klar zu werden, was man eigentlich erreichen möchte. 

Im Laufe meiner Karriere habe ich auch die besten Kollegen und Führungskräfte unter dem Druck ihre Ziele zu erreichen zusammenbrechen sehen. Man muss daran denken, dass Stress subjektiv ist und meist selbst verursacht ist, deshalb bevorzuge ich, wo möglich, Auszeiten mit nicht arbeitsrelevanten Aktivitäten, um mir den Raum zur Aufnahme neuer Sachen zu geben. Ich habe festgestellt, dass ich in einer Auszeit in der ich Mountainbike fahre sehr gut abschalten kann, so dass ich danach mit einem frischen Geist an meine Ziele herangehen kann. Was ich mit der Zeit auch entdeckt habe ist, dass diese Auszeiten einige meiner besten Ideen getriggert haben. 

Wie ich am Anfang bereits gesagt habe, ist das eine Liste, die für mich funktioniert und nicht zwingend auch für dich. Dennoch könnte ich viele Beispiele nennen, die durch das Befolgen dieser Punkte entstanden sind und sie geben mir ein gutes Gefühl. Ein wichtiger Faktor für mich war sicherlich das Erkennen der eigenen Fähigkeiten, die meinen Ansatz zu Business Leadership definiert haben, aber dieser Prozess braucht Zeit und ist in meinem Fall nicht über Nacht passiert. Ich habe diese Lektionen durch meine Karriere getragen und obwohl ich in den letzten 30 Jahren durch viele Branchen und Länder gekommen bin, haben sie sich für meine Karriereplanung in jeder Position oder Industrie bewährt. Ich hoffe, sie sind auch für dich auf deinem Weg hilfreich - wo immer dieser hinführen mag. 

Über den Autor

Alistair Cox ist Chief Executive bei Hays plc und Diplom Ingenieur mit einem MBA von der Stanford University. Alistairs Karriere begann mit verschiedenen Rollen in Entwicklung, Management und Forschung bei British Aerospace und später Schlumberger. Nach seinem MBA arbeitete Alistair für McKinsey & Company bevor er zu Blue Circle Industries ging, wo er als Group Strategy Director anfing und später Regional Director für Asien wurde. Bevor er zu Hays plc kam, war Alistair Chief Executive bei Xansa plc. Dieser Artikel wurde ursprünglich auf Linkedin veröffentlicht. 

Danke für deine Zeit!

Wilgen und das Alugha Team!

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