YouTube - Der unangefochtene Marktführer

Um die Entstehung von YouTube ranken sich zahlreiche Mythen. Erinnert ihr euch noch an Janet Jacksons Nipplegate beim Superbowl 2004? Jawid Karim hat sich damals angeblich so sehr darüber geärgert, dass man davon keine Videos im Netz finden konnte, dass ihn der Gedanke nicht mehr los ließ. Die Idee für YouTube war geboren.

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When a dream comes true Die Videoplattform YouTube feiert in diesen Tagen ihren zehnten Geburtstag. Das Unternehmen wurde 2005 von den drei ehemaligen PayPal-Mitarbeitern Chad Hurley, Steve Chen und Jawid Karim gegründet und bedeutet umgangssprachlich soviel wie “Du sendest / Du Röhre”. Mittlerweile ist YouTube in 61 Sprachen verfügbar und arbeitet mit internationalen Partnern und Usern zusammen, die das Material für die Website bereitstellen. Das erste YouTube-Video:

 

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Um die Entstehung von YouTube ranken sich zahlreiche Mythen. Erinnert ihr euch noch an Janet Jacksons Nipplegate beim Superbowl 2004? Jawid Karim hat sich damals angeblich so sehr darüber geärgert, dass man davon keine Videos im Netz finden konnte, dass ihn der Gedanke nicht mehr los ließ. Die Idee für YouTube war geboren. Anderthalb Jahre später verkauften die drei das Unternehmen für sagenhafte 1,6 Milliarden Dollar an Google. Auf dem ersten YouTube Video spricht Jawid Karim übrigens über Elefanten. Money, Money, Money Durch die Unterstützung des Risikokapitalgebers Sequoia Capital erhielt YouTube im Jahr 2005 eine Starthilfe von 3,5 Millionen US-Dollar. Ein Jahr später folgten acht weitere Millionen. Mittlerweile kooperiert YouTube mit internationalen Partnern wie National Geographic oder CNN. Die Medienunternehmen bieten den Zuschauern ihre Inhalte teilweise gegen einen Aufpreis von ein paar Cent an. Aber nicht nur YouTube hat Dollarzeichen in den Augen. Auch die Nutzer können vom Erfolg des Unternehmens profitieren. Wer am YouTube Partnerprogramm teilnimmt, erhält einen Teil aus den Werbeeinnahmen, die die Plattform mittels eingeblendeter Werbung erzielt. Wieviel es gibt, ist Verhandlungssache. Abgerechnet wird per Klick aufs Banner. Die Regel ist einfach: je erfolgreicher der Kanal und desto höher die Reichweite, umso höher der Verdienst. Crazy YouTube facts: Jede Minute werden 300 Stunden Videomaterial hochgeladen, das sind 432.000 Stunden Material pro Tag. Zum Glück teilen sich viele Millionen User die “Arbeit”, und so werden täglich vier Milliarden YouTube-Videos aufgerufen. 30 Millionen Nutzer sind zudem Abonnenten unterschiedlicher YouTube-Channels. Mehr als eine Milliarde Nutzer besuchen die Plattform jeden Monat. Psy ist mit seinem Hit Gangnam Style zum Mr. YouTube himself geworden. Mit 2.266.840.290 Klicks ist es das erfolgreichste Video auf der Plattform. Eines der erfolgreichsten Nonsense-Videos ist das Video “Charlie bit my finger” mit über 800 Millionen Klicks. Mittlerweile wird YouTube auf 350 Millionen Geräten (Smartphones, Tablets, mp3-Player) empfangen und das über 600 Millionen mal am Tag. Mit den neuen Smart-TV’s kommt das Videoerlebnis nun auch direkt ins Wohnzimmer. Wer braucht noch Bedienungsanleitungen, wenn’s YouTube gibt? Für jedes Problem gibt es hier eine Videolösung. Das Potenzial hat auch die Plattform selbst entdeckt und den Kanal YouTubeEdu ins Leben gerufen. Bei 700 Bildungskanälen mit einer halben Million Videos ist die Sesamstraße am erfolgreichsten. Die Videos des Kanals wurden 700 Millionen Mal angeklickt. Beim Kauf durch Google hatte YouTube 67 Mitarbeiter, die irgendwo im kalifornischen San Mateo stationiert waren. Mittlerweile zählt das Unternehmen über 800 Mitarbeiter und ist in San Bruno angesiedelt. Durch das einfache Einbetten der Videos in sozialen Netzwerken ist das Verbreiten der Videos quasi ein Selbstläufer. So sehen sich Facebook-Addicts jeden Tag in etwa 500 Jahre Videomaterial an. Auf YouTube selbst nutzen über 100 Millionen User pro Woche die Kommentar- oder Bewertungsfunktion. Erfolg und Bedeutung Wie bei allem steht und fällt der Erfolg mit dem Zuspruch potentieller Kunden und Zuschauer. Im Falle von YouTube sprechen wir von Mitgliedern, die Videos hochladen, sie bewerten oder kommentieren, also von einer interagierenden Usergemeinde. Seit der Gründung ist der Internetriese zu der unangefochtenen Videoplattform schlechthin geworden. Mit der beispiellosen Innovation wurde sie zum größten TV-Konkurrenten. Wo TV-Sender bislang ein klassisches Monopol auf visuelles Material hatten, läutete das Videoportal ein vollkommen neues Medienzeitalter ein. Zum einen wird die Plattform stetig mit Inhalten jeder Form gefüttert, die von allen und zu jedem Zeitpunkt per Suchfunktion gefunden und abgerufen werden können. Zum anderen verzeichnet YouTube eine unglaublich große Menge an archivierten Video-, Fernseh- oder Musikinhalten, welche mittlerweile gerne als Quellen für beliebige Inhalte verwendet werden. Mittels der Kommentarfunktion entstehen innerhalb der Community angeregte Diskussionen über Videoinhalte, so dass es jederzeit möglich ist Feedback zu neuen Formaten abzugeben. Dies ermöglicht natürlich eine vollkommen neue Form der Trendforschung. Überhaupt ist zu beobachten, dass YouTube frühere TV-Formate durch seine Konzeption abgelöst hat. Man denke beispielsweise an das Musikfernsehen der neunziger Jahre, welches maßgeblich an der Entstehung und dem Bewusstsein einer Popkulturbewegung beteiligt war. Die Popularität und die Nachfrage solcher Formate hat mittlerweile so stark nachgelassen, dass sie sich nur noch als Pay-TV-Format halten (siehe MTV). Die zunehmend hervorragende Qualität der Videos (beispielsweise 5K) ermöglicht mittlerweile ein tolles Videoerlebnis, weshalb auch Liveübertragungen aus dem Sport- oder Veranstaltungsbereich hier in Zukunft möglich sein könnten. Auch deutsche Fernsehanstalten wollen dem Trend der Onlinevideoportale nacheifern, um auch für online-affine User ein besseres Angebot zu schaffen. Das sieht man an den Beispielen von RTL (Clipfish) oder der ProSiebenSat.1 Media Group (MyVideo), welche sich mittlerweile bei Videoportalen eingekauft haben und versuchen, ihre Formate nun hier zu verteilen. YouTube ist bislang noch der unangefochtene Marktführer und vermutlich wird der Konzern seine Position nicht nur weiterhin halten, sondern auch ausbauen wollen. Es gibt aber durchaus noch Verbesserungsbedarf. Um die User zu binden, muss das einwandfreie Laden von Videos gewährleistet werden, da hapert es noch: Videos buffern manchmal nicht schnell genug und brechen immer noch ab. Und auch die Werbekapazitäten sind noch nicht vollkommen erschöpft. Auch auf dem internationalen Markt gibt es scharfe Konkurrenz. Um wen es sich da handelt und was diese Portale ausgemacht: nächste Woche mehr dazu.

#alugha

#everione‘s language 

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