Die teuersten und erfolgreichsten Filme aller Zeiten

Wann ist ein Film gut? Wann spielt er ein Vielfaches seines Budgets ein? Gibt es Erfolgsrezepte? Versuchen wir hinter die Kulissen zu schauen und dabei besonders auf die Filme, die Budgetmäßig richtig reinhauen und dreistellige Millionenbudgets verschlungen haben.

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Geht etwa die Milchmädchen-Rechnung auf, dass teure Filme auch gute und erfolgreiche Filme sind? Leider nicht, sonst wäre es recht einfach. Nämlich Geld auftreiben, Film drehen und schon ist der Weg nach Hollywood geebnet. Stellt man Einspielzahlen und Produktionskosten gegenüber tritt die Ernüchterung schnell ein. Und da erlebt man einige Überraschungen, denn nicht alles was viel kostet bringt unbedingt die Kasse zum Klingeln. Gutes Beispiel für einen Flop ist – obwohl ich eigentlich die Filmidee ganz gut fand - Kevin Costners „Waterworld“, der Kevin zum Kassengift avancieren lies. Einst gefeierter Star ist er jetzt in die „ferner liefen“ Gilde abgerutscht und lebt von vergangenem Ruhm. Doch Hoffnung für Filmschaffende ist in Sicht, denn immer wieder gibt es Low-Budget-Filme, die unerwartet zum Kassenschlager werden.

Länder machen Filme

Hinzukommen länder- und kulturspezifische Unterschiede, die dazu führen, dass das Produktionsland eines Filmes maßgeblich zum Erfolg beiträgt. Obwohl in Indien jährlich fast 50% mehr Kinofilme als in den USA produziert werden, schafft es selten ein Bollywood-Film in unsere Kinos oder gar zum Kassenschlager. Vielleicht liegt es auch daran, dass diese Movies 4 und mehr Stunden Spielzeit haben und das zu relativ geringen Produktionskosten. Wer – wenn nicht ein Inder – hält sich so lange auf dem Stuhl und bleibt dabei auch noch wach? Paar Zahlen zu den Filmproduktionen 2011: Indien – 1.255, USA – 819, Deutschland – 212. So steht es jedenfalls im Internet unter EMERGING MARKETS AND THE DIGITALIZATION OF THE FILM INDUSTRY. Das Gros der Blockbuster kommt nun mal aus den USA und manchmal sogar aus anderen englischen Sprachräumen wie UK oder Australien (MAD Max, Herr der Ringe, Hobbit Saga). Selbst wenn ein aufstrebender indischer Producer über ein 3-stelliges Millionen-Budget verfügen würde und der Dauer-Star Farrukh Khan dabei wäre - es reicht nur zum Bollybuster.

Top 3 der teuersten Filme

2012 kam mit „Der Hobbit“ - eine hauptsächlich neuseeländische Produktion - der erste Teil der wohl teuersten Filmtrilogie aller Zeiten in die Kinos. Über die  tatsächliche Gesamtsumme kann nur spekuliert werden, bekannt ist aber, dass bei dem veröffentlichten Betrag von  745 Millionen US$ die Postproduktionskosten für die Teile 2 und 3 noch nicht eingeschlossen sind. Ob es nun Peter Jackson tatsächlich gelungen ist zum King of Budget zu avancieren, ist Auslegungsache. Zum einen halten sich die Produktionsfirmen schon seit langem lieber bedeckt. Ganz anders war es bis in die 70er Jahre. Da protzte man gerne mit den zig- Millionen-Budgets. Jetzt neigen sie aus mehreren Gründen lieber zum Untertreiben, auch was die Gagen betrifft (wobei der Hack bei Sony schon etwas Licht ins Dunkel gebracht hat). Peter Jackson hat damit den zweitteuersten Film aller Zeiten „Pirates of the Caribbean: Am Ende der Welt“ aus dem Jahr 2007 budgetmäßig deklassifiziert. Der hat nämlich nur 347 Millionen US$ verschlungen, bei einer Länge von 162 Minuten. Schaut man auf die Produktionskosten muss man fairerweise auch die weltweiten Einspielsummen (ohne Merchandising!) gegenüber stellen.  Alle 3 Teile des Hobbits haben zusammen weltweit 2,930 Milliarden US$ eingespielt, also knapp das Vierfache des Betrags, der investiert wurde. Keine schlechte Verzinsung! Er befindet sich damit auf Platz 18 der Liste der erfolgreichsten Filme. Pirates of the Carribean hingegen hat es auf 963,4 Mio. US$ und auf Platz 23 gebracht. Zum Vergleich: „Der König der Löwen“ aus dem Jahr 1994 rangiert auf Platz 21. Mit einem vergleichbar geringen Budget von gerade mal 45 Millionen US$ hat er satte 987,5 Millionen US$ eingespielt – mehr als das Zwanzigfache der Produktionskosten! Da haben sich sicher die Filmbosse die Hände gerieben und Partys mit Open-End gefeiert.

Alles dreht sich ums Geld!

Die Hobbit-Trilogie mal außen vor gelassen, ergibt sich folgendes Ranking der teuersten Filme: Platz 1: Fluch der Karibik – Am Ende der Welt - 300 Millionen US$ (961 Mio. US$) Platz 2: Rapunzel – Neu verföhnt – 260 Millionen US$ (577 Mio. US$) Platz 3: Spider Man 3 – 258 Millionen US$ (891 Mio. US$) Wenn man die Top 10 der teuersten Filme denen gegenüber stellt, die den Studiobossen die Taschen zum Überquellen gebracht haben, kristallisiert sich heraus, dass nicht alles Gold ist was glänzt. Gerade mal einer der 3 oben genannten Filme befindet sich unter den Top 30 der weltweit höchsten Einspielergebnisse. Mit 961 Millionen ist Fluch der Karibik – Am Ende der Welt, auf Platz 22.

Die Historie - weitere Fakten

Filme werden ja nicht erst jetzt gedreht sondern schon seit mehr als 100 Jahren. Wenn man das berücksichtigt, dann sieht die Welt der Produktionskosten versus Einspielergebnisse ganz anders aus. Man muss berücksichtigen, dass es bis in die 70er Jahre keine Trailer gab wie wir sie heute kennen. Auch die Filmwerbung hatte weder das heutige Qualitätsniveau noch die Marktwucht. Sie war eher bescheiden.

Trailer und die noch mehrsprachig

Was früher einiges an Arbeit und damit an Kosten mit sich brachte, war der Umstand, dass jeder Trailer seine eigene Sprach-Version hatte. Da gab es welche für USA, UK, Deutschland, Finnland, Turkmenistan oder wo auch immer der Film in den Verleih kommen sollte. Manche Länder wurden dabei regelrecht ausgegrenzt. Dank der alugha Technologie ist das jetzt kein Problem. So geht’s: einen Trailer ins Web gestellt und mit allen Sprachen hinterlegt, die man will. Das spart nicht nur Arbeitszeit und Kosten sondern auch Ressourcen wie Speicherplatz und Zeit. Demnächst im Blog wollen wir die billigsten und zugleich erfolgreichen Filme aller Zeiten unter die Lupe nehmen. Stay tuned & happy reading!

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