In & Out

Vielleicht bist du kein Gesellschafter, Eigentümer, Teilhaber oder Direktor, dennoch bist du ein Repräsentant der Firma für die du arbeitest.

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Verantwortung zu übernehmen ist heutzutage sowohl aus der Mode als auch total in, behauptet die Zeitschrift Elle. In ist Accountability, d.h. man ist verantwortlich für die Aussage  auf LinkedIn neue Herausforderungen zu suchen oder seine Diplomarbeit im MBA-Studium (Master of Business Administration ) ohne fremde Hilfe zu beenden. Out ist es tatsächlich verantwortlich zu sein. Out ist es zuzugeben, dass man Blödsinn gemacht hat, sich nicht als Opfer darzustellen, den Zeitpunkt oder den Ort verantwortlich zu machen . Out ist es zur Freundin zu sagen: “Entschuldige, Schatz”. In ist es eine internationale Affäre auszulösen um einen Betrug zu vertuschen. Unglücklicherweise. 

Jeder Berufstätige beschreibt sich selbst als verantwortungsbewusst. Wenn sich die Gelegenheit ergibt, dies auch zu beweisen, wird sie selten umgesetzt. Es ist viel einfacher zu sagen, “Ich bin verantwortlich!” wenn alles nach Plan läuft und ich meine Arbeit im Griff habe und die Firma gut läuft. Es ist einfacher die Verantwortung zu übernehmen, wenn ich Aufgaben von anderen übernehme um zu wachsen, nichts mehr delegiere, um hervorzustechen und die Konkurrenz zu überrollen. Es ist schwer zur Verantwortung zu stehen, wenn mir alles in der Hand zerfällt, wenn der Chef einen Schuldigen sucht und alle Finger auf mich zeigen. Dann bin ich nicht mehr verantwortlich. Es ist die Schuld der anderen. Es ist die Schuld der Firma, die mir zu viel Arbeit aufbrummt. Es ist die Schuld meines Chefs, der drei Stellen gestrichen hat und mir alle Arbeit auferlegt hat. Wie ein Feldwebel beim Militär sagen würde: “erkläre, aber rechtfertige nicht”.  

Der Schwimmer Ryan Lochte (USA) war ein Teenager. Er beging eine Dummheit indem er im Rahmen der Olympischen Spiele 2016 in Rio mit Teamkollegen in einer Tankstelle randaliert und den Medien gegenüber angegeben hat, sie seien Überfallen worden. Unter normalen Umständen hätte seine Freundin vielleicht die Beziehung beendet und der Vater ihn getadelt, doch muss folgendes Detail betrachtet werden: Dort, in diesem Moment war er kein kleiner Junge. Er repräsentierte ein Land im Gastgeberland, welches mit ernsthaften Selbstvertrauensproblemen kämpfte und versuchte es jedem Recht zu machen. Er repräsentierte ausserdem seinen Sponsor. Repräsentierte einen Wert, den Olympischen Geist. Hier war er kein kleiner Junge mehr, es war riesig. 

So ist das bei dir auch. Wenn du ans Telefon gehst, bist du nicht irgendwer. Du bist ein Teil  dieser Firma. Jeder Fehler wird nicht nur von dir begangen, sonder auch von der Firma. Jede Unhöflichkeit am Telefon, jede unbeantwortete E-Mail, jede Arroganz enden in Kommentaren wie “Ah, in dieser Firma arbeiten nur unhöfliche, arrogante Menschen, die nicht auf E-Mails antworten”. Das Image aufzubauen geht weit über Marketing-Leute in einem Meetingraum hinaus. Deshalb gewinnen die Bewertungen für den besten Arbeitgeber immer mehr an Bedeutung. 

Wenn du glaubst, dass du nicht dazu gehörst, denke nochmal darüber nach. Deine Handlungen, deine Haltung, deine Entscheidungen zeigen der ganzen Welt, wer deine Firma ist. Es war keine reine Gutherzigkeit weshalb Speedo 50 tausend US$ . an eine Organisation, die benachteiligte Kinder in Rio unterstützt, gespendet hat. Sondern weil die reine Vertragskündigung ihres Schützlings Ryan Lochte sie nicht vor dem Schaden ihres Rufes durch den Athleten schützen konnte. 

Arbeite mit dem Bild im Hinterkopf, wie du die Firma gerne sehen würdest, wenn sie deine eigene wäre und sei dir deiner Verantwortung bewusst, wenn die nächste Schnapsidee in dir aufkeimt. Wenn es dir schwer fällt vor deinen Handlungen nachzudenken, engagiere einen Coach. Eine faule Ausrede oder mit dem Finger auf jemanden zu zeigen, lässt sich nicht mehr mit einer Welt vereinbaren, in der das Image mehr als das Produkt zählt. Komplett Out. 

Über die Autorin

Master Coach der “Sociedad Latino Americana de Coaching” (Lateinamerikanische Gesellschaft für Coaching), Senior Coach bei Integrated Coaching Institute, Mitglied des Coach-Teams der World Business Executive Coaching Summit und Kahler Trainerin, Adriana Gattermayr arbeitet u. a. als Executive Coach für Teams und Karriere. Zertifiziert durch die International Coaching Association und mit einem Master in Sozialem Management und Unternehmensführung, hält sie Kurse und Vorträge im Bereich Personalmanagement, Leadership, Ethik und Unternehmensführung, darüber hinaus führt sie Tests durch über Verhaltensprofile, Kompetenzen und emotionale Intelligenz. Mehr Informationen auf ihrer Webseite.

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Wilgen und das Alugha Team! 

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