Steve Blank - Was ist mein Geschäftsmodell

Es klingt so einfach, ich biete eine bestimmte Leistung an und dafür nehme ich dann Geld. Die Realität in einem StartUp sieht oft anders aus und man muss sich öfter anpassen, als man es vorab planen kann. Wie also sieht mein Geschäftsmodell aus?

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Als wir mit unserem StartUp begannen war es ganz klar, wir bieten einen Player, der mehrere Audiospuren/Sprachen vereint und dafür nehmen wir dann Geld. Im Laufe der Zeit stellte sich heraus, dass es zum einen eher problematisch war, Kunden für dieses Feature zu bekommen und - auf der positiven Seite - dass es viel bessere Optionen gab, Kunden eine Dienstleistung, Funktionen oder auch Lösungen anzubieten, und damit unterschiedliche Einnahmequellen zu erzeugen und Leistungen auch kostenlos anbieten zu können bzw. in einem Paket zu bündeln,

Es klingt viel banaler, als es in der Realität ist. Besonders im Lebenszyklus eines Produktes am Markt ändert sich das (teilweise sehr) schnell. Nehmen wir als Beispiel die Smartphone Branche. Während Apple mit jedem neuen Modell teurer wird und dabei den Preis für die Vorgänger selten signifikant reduziert, diese sogar oft nach kurzer Zeit nicht mehr am Markt anbietet, sieht das in der Welt von Android ganz anders aus. Firmen wie Samsung, Huawei oder LG, um hier den Mainstream zu nennen, werfen jedes Jahr ein neues Top-Smartphone auf den Markt, dabei werden auch die alten Modelle noch oft weiter produziert oder sind in unzähligen Mengen noch in den Regalen verfügbar. Hat ein Samsung Galaxy S8 bei Erscheinen noch gute 899 Euro gekostet, war es wenige Monate später schon teilweise bis zu 50% reduziert um die Lager möglichst zu leeren für das Nachfolgemodell. Um den Preis künstlich oben zu halten werden gerne Bundles angeboten, und zum Beispiel mal eben ein BOSE Kopfhörer für 399 Euro dazu gelegt.

 

 

Das mag verrückt klingen, aber so funktionieren die Einnahmenmodelle für viele Hersteller, und die machen Milliardenumsätze und Gewinne damit. Wenn wir uns das selbst zu eigen machen - und dabei spielt es durchaus eine Rolle, was wir anbieten und wie die Konkurrenz aussieht (siehe Apple vs. Google vs. Samsung) und ob ich gezwungen bin, den Preis für mein Produkt in der nächsten Runde zu reduzieren. Aber auch wenn ich ein stabiles Geschäftsmodell habe, muss ich dafür sorgen, dass ich mehrere Einnahmequellen erschaffen kann. Wenn Apple heute der Umsatz mit dem iPhone (natürlich ist das nur hypothetisch) wegbrechen würde, dann würden deren Aktien in den Keller rauschen, wenngleich man sich möglichst breit aufstellt. Aber nichts desto trotz ist auch der gesamte Zubehör- und Software (App-Store) Markt massiv vom Erfolg des iPhone abhängig, und das ist brandgefährlich. Wenn wir also die Möglichkeit haben, uns ein Polster zu schaffen, nutzen wir das zum einen zur Bindung unserer Kunden (hier haben wir in den letzten acht Beiträgen ausführlich drüber gesprochen), nutzen das aber zum anderen auch dazu, dass wir unsere Produktpalette ständig verbessern und ausweiten, um kontinuierliche Einnahmenmodelle zu konstruieren.

Für den CEO ist es also (über)lebensnotwendig, sich ständig mit dem Bedarf der Kunden, der Entwicklungsabteilung, dem Marketing und dem Vertrieb auseinanderzusetzen und immer wieder die richtigen Schrauben zu drehen.

Dieser Artikel wurde von unserem CEO, Bernd Korz, geschrieben. Mit seiner Erfahrung als Unternehmer und Geschäftsmann, teilt er mit uns seine Sicht der Lektionen von Steve Blank. Folge unserer wöchentlichen Artikelreihe über die Lehren von Steve Blank!

Mehr Information über Steve Blank:

#alugha

#everyone'slanguage

 

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