Steve Blank - Kann ich ein bestehendes Problem finden und lösen?

Die Idee für ein Startup entsteht oft aus einem eigenen Problem heraus. Bevor wir aber nun alle Hebel in Bewegung setzen, um das "Problem" zu lösen, sollten wir sicherstellen, dass es noch keine Lösung dafür gibt, und wenn dies der Fall ist, uns fragen warum (noch) nicht.

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Dieses Thema ist perfekt, um über die Anfänge von alugha zu sprechen. Ich habe über 500 Videos auf YouTube veröffentlicht und immer wieder kam die Frage danach, ob ich neben Deutsch nicht auch die ein oder andere Sprache - vorzugsweise Englisch - anbieten könnte. Ich habe damals so einiges ausprobiert, mit Untertiteln, nochmal aufnehmen, zusätzlichen YouTube Kanal für die anderen Sprachen... Aber wirklich glücklich hat mich nichts gemacht und so machte ich mich weiter auf die Suche nach einer Lösung. Irgendwann kam mir eines Abends vor dem Fernseher die Idee mit einem Player, bei dem man einfach die Sprache wechseln können sollte... wie bei einer DVD.

Die Idee war geboren. Aber war es denn wirklich eine Idee oder gab es das schon? Ich stellte so einige Recherchen an und intensivierte diese immer mehr, je weniger ich an Lösungen fand. Es gab damals einen Ansatz von Adobe, welcher - wie so vieles von Adobe - eher schlecht als recht umgesetzt war und den konnte ich weder mir, noch meinen Nutzern zumuten. Ich setzte mich also hin und machte mir ein komplettes Konzept, wie ich mir vorstellen könnte, dass es am besten für meine Besucher und für mich passen würde. Ich war natürlich super zufrieden damit.

Nun begann die Arbeit, die zu meinen Startup führte. Wenn wir einen Prototyp gebaut haben, der die Minimalanforderungen erfüllt, sollten wir damit rausgehen, potenzielle Nutzer und Kunden besuchen und deren Feedback einholen. Es wird wichtig für uns, dass wir möglicherweise Informationen erhalten, dass es eben doch schon Lösungsansätze oder gar Lösungen - die wir selbst leider vorab nicht finden konnten - gibt oder gab. Wenn es nur Lösungsansätze oder überhaupt nichts gibt, können wir zunächst glücklich sein, dass wir einen Problemlöser in der Pipeline haben und die Kunden werden uns die Bude einrennen... Ok, erstmal einen ganz großen Schritt zurück. Stellen wir uns einmal selbst die Frage, warum es für ein so offensichtliches Problem noch keine Lösung gibt. Ist es zu kompliziert? Ist es zu aufwendig? Gibt es am Ende keine positive Kosten-/Nutzen-Bilanz? 

 

 

Jetzt haben wir uns all diese Fragen so positiv beantwortet, dass es durchaus Sinn ergeben würde, sich dieser Thematik anzunehmen. Aber bevor wir das wirklich angehen, sollten wir uns noch einige weitere Fragen stellen. Können wir uns das Vorhaben überhaupt finanzieren? Gibt es mögliche externe Geldquellen/Investoren? Sollten wir eine Kooperation anstreben? Und - eine ebenso wichtige Frage, wie all die anderen! - wollen wir die nächsten Jahre darauf "verschwenden" und all unsere Energie darin investieren?

Es gibt natürlich noch unzählige weitere - operative - Fragen, die uns gerade in der Anfangszeit sehr beschäftigen werden. Aber wenn wir die vorherigen Fragen alle positiv beantworten konnten und unsere intrinsische Motivation so groß ist, dann sollten wir es auch wagen und den Schritt gehen! Es beginnt immer mit einer Idee und die Idee beginnt oft mit der Tatsache, dass wir uns selbst in einer Lage befinden, die uns so nicht gefällt und wir sie ändern wollen. Alleine deshalb können wir nicht scheitern, alleine die Tatsache, dass wir den Mut haben einen solchen Schritt zu gehen, macht uns zu Gewinnern!

 

Dieser Artikel wurde von unserem CEO, Bernd Korz, geschrieben. Mit seiner Erfahrung als Unternehmer und Geschäftsmann teilt er mit uns seine Sicht der Lektionen von Steve Blank. Folge unserer wöchentlichen Artikelreihe über die Lehren von Steve Blank!

Mehr Information über Steve Blank:

 

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