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Frauen in Start-ups werden häufiger sexuell belästigt

Das Thema sexuelle Belästigung in Start-ups hat Aufmerksamkeit in den Medien bekommen, nach einem Skandal in den USA. Hier in Deutschland weisen Statistiken auf das gleiche Problem hin.

Artikel 1 der Grundrechte der Europäischen Union besagt, dass die Würde des Menschen unantastbar, zu achten und zu schützen sei. Doch wenn es um Frauen geht, wird dieses Recht oft vernachlässigt.

Die Erhebung „Gewalt gegen Frauen“ der Agentur der Europäischen Union für Grundrecht (FRA) zeigt, dass die Hälfte der in der EU lebenden Frauen (53%) zumindest zeitweise bestimmte Situationen oder Orte meidet, aus Angst vor körperlichen oder sexuellen Übergriffen.

Aber was geschieht, wenn diese Orte nicht vermieden werden können? Ja, die Rede ist vom Arbeitsplatz. Frauen in Start-ups werden deutlich häufiger belästigt, als in etablierten Unternehmen. Das deutsche Marktforschungsinstitut INNOFACT befragte 200 Frauen, die in Start-ups tätig sind, sowie 1.000 Frauen aus traditionellen Unternehmen. Die Ergebnisse sind nicht repräsentativ, aber zeichnen dennoch ein erschreckendes Bild.

Das anscheinend lockere Arbeitsklima in Start-ups hat nichts mit der Realität zu tun. Mehr als die Hälfte der Befragten (54 %) konnten sich daran erinnern, dass sie in den vergangenen zwölf Monaten, Ziel anzüglicher Kommentare und Witze gewesen seien. 44% waren Ziel von unangemessenem Starren und anzüglichen Blicken. Ein Drittel wurde unerwünscht berührt oder umarmt. 27% erhielten unerwünschte und eindeutige sexuelle E-Mails und Nachrichten und ein Fünftel davon wurde sogar gegen ihren Willen geküsst.

In traditionellen Unternehmen ist derartiges Verhalten der Studie zufolge deutlich seltener. So wurden lediglich 28 % der Befragten dort Opfer anzüglicher Kommentare, 12% wurden ungefragt berührt oder umarmt.

Das Thema sexuelle Belästigung in Start-ups geriet zuletzt durch den Uber-Skandal in die Schlagzeilen. Die Führungsriege soll nichts gegen sexistisches Verhalten im Unternehmen getan und dieses zeitweise sogar gefördert haben. Ein Blog-Eintrag einer ehemaligen Mitarbeiterin schlug hohe Wellen und sorgte für eine interne Untersuchung der Vorwürfe, wodurch nahezu alle Top-Manager gehen mussten, inklusive Uber-Chef und CEO Travis Kalanick.

Aktuell sorgt im Silicon Valley auch der Fall Justin Caldbeck für Aufsehen. Caldbeck, ein bekannter Investor, soll zahlreiche Start-up-Gründerinnen sexuell belästigt und sein Investment an sexuelle Gefälligkeiten geknüpft haben.

Florian Nöll, der Vorsitzende des Bundesverbandes Deutsche Startups e.V. äußert sich dazu: "Während im Silicon Valley in den vergangenen Jahren eine intensive Debatte zu diesem wichtigen Thema stattgefunden hat, lagen uns bislang keine Statistiken und auch keine anderen Erkenntnisse vor, die darauf hinwiesen, dass die deutsche Startup-Szene das gleiche Problem hat. Wir nehmen diese neue Studie natürlich zum Anlass, um uns erneut zu hinterfragen und Problemlösungen zu erarbeiten. So, wie das Startup-Ökosystem Vorreiter bei der Digitalisierung ist, so muss es auch Vorreiter in Sachen Gleichstellung und Bekämpfung von Sexismus im Berufsalltag sein."

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