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Aller Anfang ist schwer

Die alugha “Einwanderer” berichten über ihre erste Zeit in Deutschland.

Wir sind - wie könnte es anders sein - ein multilingualer Haufen von Menschen verschiedenster Herkunft. Viele von uns haben Eltern, die nicht in Deutschland geboren oder nur teilweise hier aufgewachsen sind. Es gibt aber auch ein paar Mitarbeiter, die selbst erst im Jugend- oder sogar Erwachsenenalter nach Deutschland gekommen sind. Und genau um die soll es heute gehen.

In einer “Einwanderer-Serie” möchten wir euch, verteilt auf zwei Artikel, von den ersten Eindrücken unserer Mitarbeiter in Deutschland berichten. Wir wollen wissen: Wie war das? In einem fremden, neuen Land? Was war gut, was schlecht? Wir haben also unsere alugha-”Einwanderer” gebeten, uns einmal von ihren ersten Wochen in Deutschland zu berichten. Lest hier mehr! 

Beginnen wir chronologisch - mit dem Anfang der Zeit in Deutschland! 

Wann bist du nach Deutschland gekommen und warum? 

  • Felipe: Als ich mich entschied nach Europa bzw. nach Deutschland auszuwandern war ich gerade 24 Jahre alt. Ich wollte in Deutschland die Sprache lernen, um dort weiter Design zu studieren. Meine bevorzugten Länder in Europa waren Frankreich und Deutschland, Frankreich war am Anfang meine erste Wahl, da ich Verwandte in Clermont-Ferrand habe, aber es läuft nicht immer alles nach Plan.
  • Kasia: Mit 19 kam ich nach Deutschland als Au Pair um die Sprache zu lernen.
  • Wilgen: Ich war 25 Jahre alt, als ich im November 2002 nach Deutschland kam. Ich wollte die Sprache lernen und eine Weiterbildung machen. Ich habe mich für dieses Land entschieden, da mein Stiefvater teilweise in Deutschland und Brasilien gelebt hat und wieder nach Deutschland zurück wollte. 
  • Julia: Im Jahr 2014 habe ich ein Auslandssemester in Deutschland gemacht, zu der Zeit war ich 20 Jahre alt. Nach diesem Semester war ich von der Uni und Deutschland sehr begeistert, deswegen habe die Entscheidung getroffen hier weiter zu studieren.
  • Michelle: Als ich 2010 nach Deutschland gekommen bin, war ich gerade zwölf Jahre alt geworden. Ich hatte allerdings davor neun Jahre lang in der Schweiz gelebt. Wir sind umgezogen, weil mein Vater in der BASF arbeiten sollte.
  • Maria: Ich bin im August 2016, mit 22 Jahren, nach Deutschland gekommen, um in erster Linie im Mannheimer Hockey Club Hockey zu spielen und auch, um persönlich zu wachsen. Es war für mich das erste Mal, dass ich alleine gelebt habe und weit weg von Zuhause war. 

Die Gedanken sind zwar bekanntlich frei, wir wollten aber trotzdem wissen: 

Wenn du versuchst, dich zu erinnern: Was waren deine ersten Gedanken hier und inwiefern haben sie sich geändert?

  • Felipe: Die Bürokratie hat mich ein wenig irritiert. Nach einiger Zeit gewöhnt man sich aber daran. Menschen waren im Laufe der Menschheitsgeschichte sehr anpassungsfähig - das gilt bis heute noch.
  • Kasia: Es war so viel anders, als in meiner Heimat. Nach wie vor genieße ich die Vielfalt. 
  • Wilgen: Ich dachte, ich würde einfach die Sprache lernen. Aber wie sich herausgestellt hat, war das nicht so. Ich habe ein paar Jahre gebraucht…bis heute lerne ich die Sprache noch…. 
  • Julia: Als ich nach Deutschland kam, dachte ich: Wow hier ist alles so ordentlich, man kann sich auf die Pünktlichkeit der Verkehrsmittel verlassen. Mit der Zeit habe ich bemerkt, dass nicht alle Dinge so perfekt sind, wie sie auf den ersten Blick erscheinen.
  • Michelle: Wären wir nicht umgezogen, hätte ich sowieso die Schule wechseln müssen, weil meine Zeit als Grundschülerin zu Ende war. Daher habe ich mich eigentlich auf einen Neuanfang gefreut. Außerdem galt Deutschland für mich als das Land wo Nickelodeon erstellt wurde haha. Meine Freundinnen habe ich natürlich vermisst, aber wir hatten bereits angefangen, gegenseitige Besuchsreisen zu planen. Heute fühle ich mich sehr zu Deutschland verbunden, denn ich habe einen sehr wichtigen Teil meiner Jugend hier verbracht. 
  • Maria: Da ich kein Deutsch spreche, habe ich überhaupt nichts verstanden als ich ankam. Es war auch sehr kompliziert, mich mit Teammitgliedern vom MHC zu unterhalten. Aber heute, 8 Monate später, habe ich trotz der Schwierigkeit mit der Sprache neue Freunde gefunden und fühle mich wie Zuhause. Ich würde Mannheim als kleine, aber sehr offene Stadt bezeichnen. 

Oft verbindet man eine bestimmte Zeit mit bestimmten Erlebnissen. Wie war das bei den alughanern am Anfang? 

Gibt es ein besonderes Erlebnis, das du in deiner ersten Zeit in Deutschland hattest?

  • Felipe: Der Winter mit viel Schnee ist im Vergleich zum Wetter in Santiago de Chile ganz anders. Santiago liegt in einem malerischen Tal umgeben von Bergen, deshalb ist es dort milder als in den Anden, die im Winter die besten Skigebiete der Welt zu bieten haben.
  • Kasia: Ich hatte ein unendlich starkes Heimweh am Anfang... 
  • Wilgen: Nein… 
  • Michelle: Die Schulferien sind in Deutschland anders als in der Schweiz. Als ich angekommen bin, waren die Sommerferien in der Schweiz fast zu Ende, aber in Deutschland hatten sie gerade erst begonnen. D.h. ich hatte drei Monate lang frei, was ich paradiesisch fand. 
  • Maria: Als ich hier herkam, habe ich mit zwei Mädchen aus dem Team gewohnt, aber drei Wochen später bin ich mit einem irischen Spieler in eine neue Wohnung gezogen. Die war komplett leer, also haben wir die ganzen Möbel von Ikea gekauft und nach Hause gebracht. Danach habe ich mich verletzt und habe vier Spiele der Saison verpasst. Es war sehr nervig, weil ich nicht spielen konnte, aber wenigstens habe ich jetzt eine schöne Wohnung mit allem Drumherum

Was uns natürlich alle interessiert … 

Hand aufs Herz: Wieso bist du geblieben?

  • Felipe: Man kann vieles im Leben ausprobieren aber wenn man Zeit, Geduld, Zielstrebigkeit, Nerven, Geld und Leidenschaft investiert hat, sollte man zumindest sein Ziel erreichen, bevor man mit einem zweiten Plan woanders etwas anfangen kann. 
  • Kasia: Ich habe hier meinen Studienplatz bekommen.
  • Wilgen: Am Anfang war meine Mutter und mein Stiefvater da. Danach habe ich selber meine Familie hier gegründet! 
  • Julia: Ich wollte einfach nicht zurück. In Deutschland sah ich mehr Möglichkeiten, mich beruflich zu entwickeln.
  • Michelle: Ich denke diese Frage beantwortet sich von selbst Meine Familie und die meisten meiner Freunde leben hier in der Gegend. Womöglich werde ich nicht immer hier leben, aber ich denke ein Teil von mir wird immer hier sein. 
  • Maria: Ich bin geblieben, weil ich hier eine wirklich gute Zeit beim Hockeyspielen habe. Die Liga ist viel besser als die in Spanien und ich kann mich sehr stark weiterentwickeln. Außerdem sind wir im Moment auch an der Tabellenspitze und wenn wir so weitermachen, könnte es ein großartiges Jahr werden. 

Sicherlich dauert es seine Zeit, bis man in seiner neuen Heimat ankommt. Daher schien uns auch die nun folgende Frage als passend. 

Was ist dein Tipp gegen Heimweh? 

  • Felipe: Das Einzige, was ich aus meiner Heimat vermisse, ist das Zusammenleben, bzw. das Familienleben. Wenn man alleine wohnt, fehlt manchmal am Wochenende etwas. Zum Beispiel das typische Mittagessen auf der Terrasse mit der Familie. Das beste Rezept gegen Heimweh ist, beschäftigt zu sein. 
  • Kasia: Da Deutschland meine zweite Heimat geworden ist, gibt’s das Problem mit dem Heimweh nicht mehr
  • Wilgen: Ich bin immer in Kontakt mit meinen Freunden und meiner Familie. Heute - mit Whatsapp - ist alles einfach… 
  • Julia: Ich habe kein Heimweh. Ich vermisse nur meine Familie und Freunde.
  • Michelle: Wie heißt es so schön? “Es geht nicht darum, wie viel Zeit du hast, sondern darum, was du mit deiner Zeit machst.” Ich denke diese Aussage lässt sich auf vieles übertragen, auch auf den gegenwärtigen Wohnort. Bleib in Kontakt mit den Menschen, die dir wichtig sind und tu das, was dir gefällt. Wo du dich befindest ist eigentlich zweitrangig. 
  • Maria: Seit ich nach Mannheim gezogen bin, habe ich eigentlich kein Heimweh gehabt weil mir die Menschen hier das Gefühl gegeben haben, zu Hause zu sein. Dafür bin ich sehr dankbar. Das ist für mich das wichtigste vor allem anderen. Ich würde den Tipp geben, aufgeschlossen und freundlich zu sein.

Das war unser erster Streich - der zweite folgt bald! Wir hoffen, dass der Artikel allen Neuankömmlingen in Deutschland, oder jedem anderen Land, vielleicht helfen kann und euch zeigt, dass kleine oder größere Schwierigkeiten am Anfang nicht schlimm und teilweise im Nachhinein sogar lustig sind! 

Es grüßt euch eure multilinguale Crew von 

#alugha

#doitmultilingual