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Was macht Musik mit unseren Gefühlen?

Was passiert in unserem Gehirn, wenn wir Musik hören? Berührt Musik unsere Gefühle und lässt sie uns verschiedene Stimmungen erfahren?

„Wenn wir singen, vertreiben wir unsere Beschwerden. Wir sind glücklich. Wie ein freier Vogel in der Luft. Wenn wir darüber nachdenken, haben wir etwas gemeinsam, wir sind geboren um zu singen“. Dies behaupten die brasilianischen Sänger Chitãozinho und Xororó in einem ihrer bekannten Lieder. Aber kann man beweisen, dass Musik unsere Emotionen beeinflussen kann?

Was passiert in unserem Gehirn, wenn wir Musik hören? Berührt Musik unsere Gefühle und lässt sie uns verschiedene Stimmungslagen erfahren? Um diese Frage genau zu beantworten, hat alugha mit Professor Eckart Altenmüller, Direktor des Instituts für Musikphysiologie und Musiker-Medizin an der Hochschule für Musik, Theater und Medien in Hannover gesprochen. Er befasst sich mit der Sensomotorik des Musizierens, mit Musikerkrankheiten und der emotionalen Musikverarbeitung.

Musik kann fröhlich oder traurig klingen, darüber sind sich alle Menschen einig. Aber es herrscht Uneinigkeit bei der Frage, ob Musik beim Hörer wirklich Emotionen auslösen kann.

Kognitiver Ansatz

In der Musikpsychologie gibt es zwei Ansätze. Es wird zwischen dem kognitiven und dem emotionalen Ansatz unterschieden. Forscher, die den kognitiven Ansatz vertreten, argumentieren, dass fröhliche oder traurige Musik die Emotionen des Hörers nicht beeinflussen kann, sondern der Hörer die Musik beim Hören nur in diese Klassen einordnet. Allerdings erklärt Altenmüller, dass eine solche Bewertung der Musik Emotionen auslösen kann. Zum Beispiel könnte die langweilige und ungenaue Wiedergabe einer sonst als fröhlich klassifizierten Musik bei einem Musikliebhaber Gefühle von Ärger, Frustration und Trauer auslösen, wenn er diese Wiedergabe mit der von ihm gespeicherten und für angemessen gehaltenen Interpretation vergleicht.

Emotionaler Ansatz

Forscher, die den emotionalen Ansatz verfolgen, gehen im Gegensatz davon aus, dass Musik direkt Emotionen erzeugt. Ein extremes Beispiel sind Schreck-Reaktionen auf plötzliche, sehr dissonante und laute Klänge, die über ein fest verdrahtetes neuronales Netzwerk des Hirnstamms vermittelt werden. Starke Emotionen können auch über die Verbindung von Musik mit wichtigen Lebensereignissen entstehen. Von den Forschern werden auch Aufbau, Erfüllung und Täuschung musikalischer Erwartung als Auslöser von Emotionen beim Hören von Musik diskutiert.

Belohnungszentren des Gehirns

Es gibt viele Dinge, die uns einen Glückskick geben. Vor allem dann, wenn etwas viel besser ist als erwartet. David Huron beschreibt in seinem Buch „Sweet Anticipation“, dass eine gewisse emotionale Befriedigung entsteht, wenn eine Erwartung erfüllt wird.

Werden diese Erwartungen in der Musik jedoch intelligent getäuscht, z.B durch eine harmonische Wendung, eine besondere Klangfarbe, der Einsatz eines neuen Instruments oder eine plötzliche Stille, kann eine emotionale Wirkung in Form einer Gänsehaut ausgelöst werden.

Diese Reaktion ist mit der Aktivierung der Belohnungszentren im Gerhirn verbunden. Beim Musizieren oder Musik hören werden Endorphine ausgeschüttet. Das sind körpereigene Glückshormone, die auch beim Essen, Sport, Sex und durch Drogen produziert werden.

Grundausstattung des Menschen

Musik bewegt uns, weil sie Teil der genetischen Grundausstattung des Menschen ist. In den letzten Jahrtausenden ist die Musik unendlich verfeinert worden, aber im Kern ist sie ein uraltes effektives Kommunikationssystem mit zahlreichen positiven Auswirkungen für uns Menschen geblieben.

Musik bietet uns einen sicheren Spielplatz für neue Hörerfahrung, fördert die Gruppen-Synchronisierung, den Gruppenzusammenhalt, die Mutter-Kind-Bindung und den Spracherwerb. Außerdem erhöht Musik das Wohlbefinden und erzeugt manchmal Glücksgefühle.

 

Mit Musik lernen 

Mit Musik kann man aber noch etwas ganz besonders gut und “einfach”, nämlich eine Sprache lernen. Stellen Sie sich vor, sie lieben einen Song und können den auswendig mitsingen, Sie kennen jede Silbe, jedes Wort… und auf einmal stellen Sie die Sprache um und hören das Lied statt in Ihrer Sprache in einer Fremdsprache. Was passiert nun? Ein Lied löst Emotionen aus und ist häufig mit einer besonderen Erinnerung verknüpft. Sie “verstehen”, was in der anderen Sprache gesungen wird, und wenn Sie den Song immer wieder hören, lernen Sie die Bedeutung der Worte. Auf alugha haben wir viele Musikvideos, um das direkt auszuprobieren.

Es gibt einige sehr interessante Studien zur Prävention gegen Alzheimer, und dabei kommen Spiele wie Sudoku oder Mathespiele nicht allzu gut weg. Ganz anders schaut es mit dem Erlernen von Fremdsprachen aus. Dies ist eine riesige Herausforderung für unser Gehirn und hilft dabei, es auch fit zu halten.

Es ist nie zu spät Musik zu machen, ein Instrument oder eine neue Sprache zu lernen. Denn wir haben genügend Gründe, es zu tun!

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