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Gebärdensprache - eine Übersicht

Wir geben einen ersten Überblick über die Sprache der Menschen, die sich ohne Laute verstehen.

Wie ist das eigentlich, wenn einem ein menschlicher Sinn fehlt? Wie fühlt sich das an, wenn man riechen, schmecken, fühlen und sehen, aber nicht hören kann? In Deutschland leben circa 80.000 gehörlose Menschen. Nach dem Deutschen Gehörlosen-Bund ist man gehörlos, wenn man im Bereich zwischen 125 und 250 Hz einen Hörverlust von mehr als 60 dB sowie im übrigen Frequenzbereich von mehr als 100 dB hat. Menschen mit einem normalen Gehör hören im Allgemeinen Töne von 20 bis zu 20.000 Hz. Dabei ist der Ton umso höher, je größer seine Frequenz ist. Töne von 50 bis 100 Hz nimmt der Mensch als tief, Töne von 2000 bis 5000 Hz als hoch wahr. Der tiefste, vom Mensch wahrnehmbare Ton liegt bei 16 Hz, der höchste bei 20.000 Hz. Das eingestrichene C’ (Note) hat beispielsweise eine Frequenz von 264 Hz - um euch eine grobe Vorstellung zu geben. 

Fakten

Es gibt nicht “die” Gebärdensprache, denn es gibt unterschiedliche Formen von Gebärdensprachen - also Plural. Gebärdensprachen sind dabei zu definieren als visuell-manuelle Sprachen, die erstens natürlich entstanden sind und zweitens neben Handzeichen auch Gesten der Mimik und Körperhaltung beinhalten. Die Gebärdensprache verfügt über ein sehr umfangreiches Vokabular und eine eigene, vollständige Grammatik, welche jedoch grundsätzlich anderen Regeln folgt als die der gesprochenen Sprache. Die Gebärdensprache wurde von der Sprachwissenschaft als eigenständige, vollwertige Sprache anerkannt. Das heißt logischerweise, dass man mit der Gebärdensprache alles ausdrücken kann.

Gebärdensprache ist, entgegen mancher Behauptungen, nicht international. Jedes Land hat seine eigene nationale Gebärdensprache - inklusive regionaler Dialekte. Dank so genannter “International Signs” scheint die Verständigung aber auch auf internationaler Ebene zumindest grundlegend zu funktionieren. 

Die Anerkennung der Gebärdensprache in Deutschland ist überraschenderweise noch gar nicht so alt: 2002 trat sie aufgrund des Behindertengleichstellungsgesetzes in Kraft, obwohl sie schon in den 1960er Jahren festgestellt wurde. 

Gut zu wissen

Bestimmt haben sich einige von euch schon einmal die Frage gestellt, wie man überhaupt gehörlos wird. In circa 15% der Fälle wird Gehörlosigkeit vererbt, meistens jedoch wird sie “erworben”. Dies kann zum Beispiel durch die Schädigung des Fötus im Mutterleib passieren (z.B. Röteln). Auch Sauerstoffmangel während der Geburt kann zur Gehörlosigkeit führen. Gründe für einen späteren Hörverlust sind oft Hirnhautentzündungen, Schädelbrüche, chronische Mittelohrentzündungen oder bestimmte Medikamente. 

Auch viele Songs wurden schon in Gebärdensprachen “übersetzt”, Künstlerin Sarah Connor hat für ihren Hit “Kommst du mit ihr” sogar ein zweites Video in Gebärdensprache gedreht. Fakt ist also: Auch wenn es für uns im ersten Moment oft ungewöhnlich erscheint, sich mit Gebärdensprache zu verständigen, ist es etwas ganz Normales, das vielen Menschen schlicht und einfach ermöglicht, sich ebenfalls unterhalten zu können. Dem sollten wir Respekt zollen! 

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