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Portugiesisch oder Brasilianisch?

Sowohl brasilianische als auch portugiesische Sprachwissenschaftler erkennen die Existenz von Unterschieden der Sprachen beider Länder an.

Das erste theoretische Dokument über die Frage der Existenz einer brasilianischen Sprache in Brasilien wurde 1824 von Visconte de Pedra Branca in französischer Sprache veröffentlicht. Sowohl brasilianische als auch portugiesische Sprachwissenschaftler erkennen die Existenz von Unterschieden der Sprachen beider Länder an, sind aber nicht mit der Art der Klassifizierung dieser Differenzen einverstanden.

Obwohl die Sprache in Brasilien und Portugal den gleichen Namen trägt, enthält sie sichtbare Unterschiede. Dies wird insbesondere im Beispielsatz “Actualmente o português não tem uma, mas duas ortografias” zum Ausdruck gebracht. Der Satz wäre in Portugal richtig geschrieben, in Brasilien jedoch nicht. Die portugiesische Standardschreibweise ist in allen portugiesischsprachigen Ländern - außer Brasilien, das seine eigene Norm verwendet - gültig. 

Um diese unterschiedlichen Schreibweisen zu vermeiden, wurde ein gemeinsames Abkommen ratifiziert. Die wichtigsten Elemente der neuen Rechtschreibung werden nachfolgend aufgezeigt: 

  • Stumme Konsonanten wie C und P werden nicht mehr geschrieben. Acto wird zu ato und baptismo zu batismo. 
  • Das Alphabet inkorporiert K, Y und W und wird mit dieser Erweiterung 26 Buchstaben beinhalten. 
  • Umlaute werden bei portugiesischen Wörtern nicht mehr verwendet, die Ausnahme bilden Internationalismen wie Müller oder Citroën.
  • Die Anwendung des Zirkumflex-Akzents in Wörtern mit Doppel-o und Doppel-e entfällt. Zum Beispiel werden Wörter wie vôo, voo geschrieben und statt crêem schreibt man creem. 
  • Der Differentialakzent, der ein Verb von einer Präposition unterscheidet, existiert nicht mehr, dadurch wird das Verb pára genauso wie die Präposition para geschrieben. 
  • Bindestriche werden nicht mehr gebraucht, wenn das zweite Element des Wortes mit dem Konsonant r oder s beginnt. Durch die neue Regelung kommt es nun auch zur Verdopplung von Konsonanten: anti-semita wird zu antissemita, oder contra-regra zur contrarregra. Die Ausnahme bilden Wörter, deren Präfix mit r endet, z.B hiper-requintado.
  • Portugal behält den Akut-Akzent mit den betonten Vokalen e und o, die vor einem Konsonanten m oder n liegen, während in Brasilien in diesen Worten der Zirkumflex-Akzent bestehen bleibt: académico/acadêmico, génio/gênio, fenómeno/fenômeno, bónus/bônus. 

Das neue Abkommen hebt die phonetischen Kriterien hervor und stellt die etymologische Schreibweise in der Hintergrund. Mit Inkrafttreten der Regelung in beiden Ländern könnten 98% der Schreibweise des portugiesischen Vokabulars vereinheitlicht werden. Durch die Einführung sind 1,6% des europäisch-portugiesischen Vokabulars und 0,5% des brasilianischen Portugiesisch verändert. 

Die Bemühungen beider Länder zur Vereinheitlichung stehen dafür, dass eine einzige Sprache existiert, die wieder näher zusammenwachsen soll. “Die Sprache der beiden großen Länder ist Portugiesisch, aber wir haben eine Matrix, die uns immer gehören wird, unsere Art und Weise zu sprechen und schreiben”, sagt Barbosa Lima Sobrinho und hat Recht mit seiner Behauptung. Die regionalen Ausprägungen beider Länder sind gut am Beispiel von Filmen wie The Adventures of Captain Underpants (As Aventuras do Capitão Cueca in Brasilien und As Aventuras do Capitão Cuecas in Portugal) zu erkennen. 

Mit alugha, natürlich multilingual! 

Viel Spaß!

Wilgen und alugha crew

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